Zum Inhalt springen

Ein Newsletter für Ihren Betrieb: aufbauen, schreiben, dranbleiben

Ein Newsletter ist kein Pflichtprogramm, aber für viele Betriebe der verlässlichste Draht zu Kunden und Interessenten. So bauen Sie ihn auf und halten ihn am Leben.

Joshua Stark 02. Juni 20267 Min. Lesezeit

Ein Newsletter lohnt sich für Betriebe, deren Kunden sich nicht spontan entscheiden oder die regelmäßig wiederkommen. Er funktioniert, wenn drei Dinge stimmen: ein klarer Nutzen für die Leser, ein Rhythmus, den Sie über Jahre halten können, und eine rechtssaubere Anmeldung. Einmal im Monat reicht für die meisten Betriebe völlig. Dranbleiben gelingt nicht durch Inspiration, sondern durch einen festen Ablauf, in dem das Schreiben seinen Platz hat.

Für welche Betriebe sich ein Newsletter lohnt

Ein Newsletter ist kein Muss. Er passt besonders gut, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Lange Entscheidungswege: Kunden beschäftigen sich Monate mit einem Thema, bevor sie beauftragen, etwa bei einer Sanierung, einem Hausbau oder einer Unternehmensnachfolge.
  • Wiederkehrende Kunden: Praxen, Steuerkanzleien, Wartungsbetriebe oder Fachhändler, deren Kunden regelmäßig wiederkommen.
  • Erklärungsbedürftige Leistungen: Wer viel erklären muss, kann das im Newsletter in Ruhe tun, statt es in jedem Erstgespräch zu wiederholen.
  • Saisonale Themen: Ein Garten- und Landschaftsbauer, ein Heizungsbauer oder ein Reifenhändler hat natürliche Anlässe im Jahreslauf.

Weniger sinnvoll ist ein Newsletter für Leistungen, die man nur im Notfall braucht, etwa einen Schlüsseldienst. Dort entscheidet die Auffindbarkeit im Moment der Suche.

Das Versprechen: Warum sollte sich jemand eintragen?

„Abonnieren Sie unseren Newsletter“ ist kein Grund. Menschen tragen sich ein, wenn sie wissen, was sie bekommen und warum es ihnen nützt. Formulieren Sie deshalb ein konkretes Versprechen in einem Satz. Einige Beispiele:

BetriebMögliches Versprechen
Garten- und Landschaftsbau„Einmal im Monat: Was jetzt im Garten zu tun ist, und was Sie getrost lassen können.“
Kanzlei für Arbeitsrecht„Rechtsänderungen, die Arbeitgeber im Rhein-Neckar-Raum kennen sollten, verständlich erklärt.“
Physiotherapiepraxis„Eine Übung, ein Hinweis, eine Frage aus der Praxis, jeden Monat.“
IT-Dienstleister für kleine Firmen„Sicherheitshinweise, die wirklich wichtig sind, ohne Fachchinesisch.“

Unser eigener Newsletter, Der Inhaber-Brief, folgt demselben Prinzip: ein Thema für Inhaber pro Ausgabe, jeden Dienstag. Das Versprechen steht direkt über dem Anmeldefeld.

Rechtliche Grundlagen in Kürze

Für Newsletter gelten in Deutschland klare Regeln. Die wichtigsten Punkte in vereinfachter Form:

  • Einwilligung: Werbliche E-Mails dürfen Sie nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung versenden. Für Bestandskunden gibt es eine eng gefasste Ausnahme mit mehreren Bedingungen.
  • Nachweis: Das sogenannte Double-Opt-in-Verfahren ist in Deutschland üblich. Nach der Anmeldung erhält die Person eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst nach dem Klick ist sie eingetragen. So können Sie nachweisen, dass die Einwilligung wirklich von ihr stammt.
  • Abmeldung: Jede Ausgabe braucht einen einfachen Abmeldelink.
  • Impressum: Auch im Newsletter muss erkennbar sein, wer der Absender ist.
  • Datenschutz: Mit dem Versanddienstleister schließen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. In Ihrer Datenschutzerklärung beschreiben Sie, wie Sie mit den Daten umgehen.

Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie Anmeldeformular und Datenschutzerklärung von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt prüfen.

Das Werkzeug: Welcher Anbieter passt?

Für kleine Betriebe reicht ein einfacher Versanddienst. Aus Deutschland kommen etwa CleverReach und rapidmail, aus Europa Brevo, international bekannt ist Mailchimp. Wichtiger als der Name sind einige Kriterien:

  • Bietet der Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach DSGVO an?
  • Ist Double-Opt-in einfach einzurichten?
  • Kommen Sie mit der Bedienung zurecht, ohne jedes Mal nachschlagen zu müssen?
  • Lassen sich später einfache Automationen einrichten, etwa eine Willkommensmail?

Testen Sie zwei Anbieter mit der kostenlosen Version und entscheiden Sie danach. Ein Wechsel später ist möglich, aber lästig.

Die ersten Abonnenten gewinnen

Die meisten Betriebe haben mehr Kontakte, als sie denken. Sie dürfen sie nur nicht einfach eintragen. Diese Wege funktionieren, ohne die Regeln zu verletzen:

  1. Auf der Website: Ein Anmeldefeld mit Ihrem Versprechen auf der Startseite, unter Fachbeiträgen und auf der Kontaktseite.
  2. Im Gespräch: Fragen Sie Kunden nach einem Termin, ob sie den Newsletter erhalten möchten, und schicken Sie ihnen den Anmeldelink.
  3. Mit einer nützlichen Beigabe: Eine Checkliste oder ein kurzer Leitfaden, den man nach der Anmeldung erhält. Ein Dachdecker könnte eine Checkliste für die Dachkontrolle nach dem Winter anbieten.
  4. Bei Veranstaltungen: Eine Anmeldeliste mit ausdrücklichem Hinweis, wofür die E-Mail-Adresse genutzt wird, anschließend trotzdem Double-Opt-in.
  5. In der E-Mail-Signatur: Ein kurzer Satz mit Link.

Rechnen Sie nicht mit schnellem Wachstum. Ein kleiner Verteiler mit Menschen, die Sie kennen, ist mehr wert als ein großer mit Adressen, die nie lesen.

Eine Ausgabe schreiben: ein einfacher Aufbau

Ein Newsletter muss nicht aufwendig gestaltet sein. Viele der besten Newsletter sehen aus wie eine persönliche E-Mail. Ein Aufbau, der sich bewährt hat:

  1. Betreff: Konkret und neugierig machend, ohne Übertreibung. „Warum Ihre Dachrinne im Oktober wichtiger ist als im März“ statt „Newsletter Oktober“.
  2. Ein Hauptthema: Eine Frage, ein Problem, eine Beobachtung, gut erklärt, in drei bis sechs Absätzen.
  3. Eine kurze Rubrik: Eine Kundenfrage, ein Hinweis oder ein Termin.
  4. Ein Hinweis auf Ihr Angebot: Ein Satz, kein Werbeblock. „Wenn Sie das prüfen lassen möchten, erreichen Sie uns unter …“
  5. Ein persönlicher Absender: Ein Mensch mit Namen, keine Abteilung.

Schreiben Sie so, wie Sie mit einem Kunden sprechen würden. Fachbegriffe erklären Sie beim ersten Auftauchen. Und laden Sie zum Antworten ein: Antworten sind das beste Zeichen, dass der Newsletter ankommt.

Wie oft und wie lang?

Die richtige Frequenz ist die, die Sie über Jahre halten können. Für die meisten Betriebe ist das einmal im Monat. Wöchentlich lohnt sich nur, wenn Sie genug Stoff haben und das Schreiben fest im Wochenplan verankert ist. Seltener als alle zwei Monate wird es schwierig, weil Leser Sie zwischen zwei Ausgaben vergessen und sich über die nächste Mail wundern.

Bei der Länge gilt: so kurz wie möglich, so lang wie nötig. Eine gute Ausgabe lässt sich in drei bis fünf Minuten lesen. Wenn Ihr Thema mehr Raum braucht, schreiben Sie im Newsletter eine Zusammenfassung und verlinken den ausführlichen Beitrag auf Ihrer Website. Das bringt zusätzlich Besucher auf Ihre Seite.

Ein Beispiel, wie ein Monat für einen Heizungsbauer aussehen könnte: Im September geht es um die Frage, was vor Beginn der Heizperiode geprüft werden sollte. Die kurze Rubrik beantwortet eine Kundenfrage zum Entlüften der Heizkörper. Der Hinweis auf das Angebot erwähnt, dass noch Termine für die Wartung im Oktober frei sind. Das ist alles, und es reicht.

Dranbleiben: ein System statt Inspiration

Die meisten Newsletter sterben nicht an schlechten Inhalten, sondern an der dritten Ausgabe, für die niemand Zeit hatte. Diese Gewohnheiten helfen, dranzubleiben:

  • Ein fester Termin: Blocken Sie im Kalender eine feste Stunde pro Ausgabe, immer am selben Wochentag.
  • Eine laufende Themenliste: Sammeln Sie Fragen, die Kunden stellen, an einem festen Ort, etwa in einer geteilten Notiz. Das Team kann mitschreiben. Eine strukturierte Vorlage dafür ist die Themen-Maschine.
  • Vorschreiben: Schreiben Sie in ruhigen Wochen zwei Ausgaben auf einmal.
  • Wiederverwenden: Ein Newsletter-Thema kann zum Fachbeitrag auf der Website, zu einem Beitrag in sozialen Medien oder zu einem Abschnitt im Angebot werden.
  • Planen: Legen Sie Themen für ein Quartal im Voraus fest und berücksichtigen Sie saisonale Anlässe. Der Content-Kalender hilft dabei.

Wenn Sie wenig Zeit haben, ist ein kürzerer Newsletter besser als ein ausgefallener. Drei gute Absätze pünktlich schlagen zehn Absätze mit zwei Monaten Verspätung.

Was Sie messen sollten

Öffnungsraten sind heute nur eingeschränkt aussagekräftig, weil manche E-Mail-Programme das Laden von Bildern und damit die Zählung verändern. Aussagekräftiger sind:

  • Antworten: Wie viele Leser schreiben zurück?
  • Klicks: Welche Themen führen zu Klicks auf Ihre Website?
  • Abmeldungen: Steigen sie nach bestimmten Themen oder bei höherer Frequenz?
  • Anfragen mit Bezug: Erwähnt ein neuer Kunde, dass er Ihren Newsletter liest? Fragen Sie im Erstgespräch danach.

Ein Newsletter wirkt langsam. Rechnen Sie damit, dass sich der Nutzen erst nach einigen Monaten zeigt, wenn Leser Sie als verlässliche Stimme wahrnehmen.

Häufige Fehler

  • Nur Angebote und Rabatte verschicken. Dann melden sich Leser ab, sobald sie gerade nichts kaufen wollen.
  • Zu viele Themen in einer Ausgabe.
  • Unregelmäßig schreiben, mal zweimal im Monat, dann ein halbes Jahr gar nicht.
  • Kontakte ohne Einwilligung eintragen.
  • Den Newsletter an eine Agentur auslagern, die Ihre Kunden nicht kennt, sodass er nicht mehr nach Ihnen klingt.

Wenn der Newsletter läuft, können Sie ihn mit automatischen E-Mails verbinden, etwa einer Willkommensstrecke für neue Abonnenten. Welche Automationen sich für Betriebe lohnen, beschreibt 5 E-Mail-Automationen, die jeder Betrieb haben sollte.

Joshua Stark

Geschrieben von

Joshua Stark

Gründer von stark.marketing und STARK Consulting, Heidelberg

Joshua begleitet seit 2016 Betriebe bei Marketing, Vertrieb und Abläufen. Über 150 Projekte, vom Handwerksbetrieb bis zum B2B-Unternehmen. Hier schreibt er auf, was davon in anderen Betrieben funktioniert.

Über 150 Betriebe haben wir von innen gesehen. Die Muster teilen wir jeden Dienstag.

Der Inhaber-Brief erklärt in fünf Minuten ein System, das in einem echten Betrieb funktioniert hat: vom Angebotsprozess bis zur Wochenplanung.

Kostenlos lesen →

Nächster Schritt

Bauen Sie einen Betrieb, der für Sie arbeitet.

Im Strategiegespräch schauen wir uns Ihren größten Engpass an und sagen Ihnen ehrlich, ob und wie wir helfen können. Verkaufen müssen wir Ihnen danach nichts.

Joshua ist heute erreichbar.Kurzes Strategiegespräch? Termine ab morgen frei.