Zum Inhalt springen

5 E-Mail-Automationen, die jeder Betrieb haben sollte

Fünf automatische E-Mails, die an den richtigen Stellen im Kundenkontakt sitzen, sparen Zeit und sorgen dafür, dass keine Anfrage und kein Angebot liegen bleibt.

Joshua Stark 23. Juni 20267 Min. Lesezeit

Fünf E-Mail-Automationen decken in den meisten Betrieben die wichtigsten Momente im Kundenkontakt ab: die Bestätigung einer neuen Anfrage, die Erinnerung an einen Termin, das Nachfassen nach einem Angebot, der Start eines Auftrags und der Abschluss mit Bitte um Rückmeldung. Jede davon wird durch ein klares Ereignis ausgelöst und ersetzt eine Aufgabe, die sonst jemand im Kopf behalten müsste. Das spart Zeit, vor allem aber sorgt es dafür, dass nichts liegen bleibt, wenn es im Tagesgeschäft hoch hergeht.

Was eine gute Automation ausmacht

Automatische E-Mails haben einen schlechten Ruf, weil viele von ihnen unpersönlich und aufdringlich sind. Das liegt nicht an der Technik, sondern an der Umsetzung. Eine gute Automation erfüllt vier Bedingungen:

  • Ein klarer Auslöser: Ein Ereignis, das eindeutig feststellbar ist, etwa ein abgeschicktes Formular oder ein Angebot, das den Status „versendet“ bekommt.
  • Ein klarer Zweck: Jede Mail beantwortet eine Frage, die der Kunde in diesem Moment hat.
  • Ein persönlicher Ton: Sie klingt wie eine Mail, die ein Mensch aus Ihrem Betrieb geschrieben hat, und nennt einen Ansprechpartner.
  • Ein Ausstieg: Sobald der Kunde reagiert oder der Vorgang erledigt ist, stoppt die Automation.

Der vierte Punkt wird am häufigsten vergessen. Nichts wirkt nachlässiger als eine Erinnerung an ein Angebot, das der Kunde gestern bereits unterschrieben hat.

Ein einfacher Test zeigt, wo Ihnen eine Automation fehlt: Fragen Sie Ihr Team, welche E-Mails es jede Woche mehrfach von Hand schreibt, fast immer mit demselben Inhalt. Und fragen Sie, welche Mails eigentlich geschrieben werden müssten, aber im Alltag regelmäßig untergehen. Die Antworten auf beide Fragen ergeben Ihre Liste.

1. Die Eingangsbestätigung bei einer neuen Anfrage

Auslöser: Eine Anfrage über das Kontaktformular, die Website oder ein Buchungstool.

Zweck: Der Interessent weiß, dass seine Anfrage angekommen ist, wann er mit einer Antwort rechnen kann und was als Nächstes passiert.

Viele Betriebe verschicken hier eine Standardmail mit „Vielen Dank für Ihre Nachricht“. Das ist ein Anfang, verschenkt aber den wichtigsten Moment: Der Interessent hat sich gerade entschieden, Sie zu kontaktieren, und ist aufmerksam. Nutzen Sie diesen Moment für Orientierung.

Ein Beispiel für einen Badsanierer:

„Guten Tag, vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich melde mich innerhalb von zwei Werktagen persönlich bei Ihnen. Damit wir beim ersten Termin keine Zeit verlieren, hilft es, wenn Sie schon ein paar Fotos Ihres Bades und, falls vorhanden, einen Grundriss bereitlegen. Bis dahin finden Sie auf unserer Website Beispiele aus früheren Projekten. Viele Grüße, [Name]“

Stolperstein: Die angekündigte Frist muss eingehalten werden. Eine Bestätigung, die „innerhalb von zwei Tagen“ verspricht und dann eine Woche Funkstille folgen lässt, schadet mehr als gar keine.

2. Terminbestätigung und Erinnerung

Auslöser: Ein gebuchter Termin, ob online oder telefonisch vereinbart.

Zweck: Ausfälle vermeiden und den Termin gut vorbereiten.

In Praxen gehören Terminerinnerungen vielerorts schon zum Standard. Im Handwerk und bei Dienstleistern sind sie seltener, obwohl ein verpasster Vor-Ort-Termin dort besonders teuer ist: Anfahrt, Zeitfenster, womöglich ein Mitarbeiter, der umsonst vor der Tür steht.

Eine sinnvolle Abfolge besteht aus zwei Mails: eine Bestätigung direkt nach der Buchung mit Datum, Uhrzeit, Adresse und einer kurzen Vorbereitungsliste, und eine Erinnerung ein bis zwei Tage vorher mit der Möglichkeit, den Termin zu verschieben.

Stolperstein: Bei Praxen gelten für Gesundheitsdaten besondere Anforderungen an Datenschutz und Schweigepflicht. Nennen Sie in der Erinnerung nur das Nötigste, also Zeit und Ort, keine Behandlungsdetails, und klären Sie die Einzelheiten mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

3. Das Nachfassen nach einem Angebot

Auslöser: Ein Angebot wird verschickt.

Zweck: Offene Fragen klären und den Kunden bei seiner Entscheidung unterstützen.

Hier liegt in vielen Betrieben das größte ungenutzte Potenzial. Angebote werden mit viel Aufwand erstellt, verschickt und dann vergessen, weil niemand die Zeit hat, systematisch nachzufassen. In unseren Projekten sehen wir häufig, dass ein Teil der vermeintlich verlorenen Angebote schlicht auf eine Rückfrage gewartet hat.

Eine einfache Abfolge könnte so aussehen:

ZeitpunktInhalt
Nach 2 bis 3 TagenKurze Nachfrage, ob das Angebot angekommen ist und Fragen offen sind
Nach etwa 10 TagenEin hilfreicher Inhalt: Antwort auf eine häufige Frage, ein Beispiel, ein Hinweis zum Ablauf
Nach etwa 3 WochenEine offene Frage, ob das Thema noch aktuell ist, mit der ausdrücklichen Erlaubnis, auch Nein zu sagen

Wichtig ist, dass diese Mails wie persönliche Nachrichten wirken und idealerweise vom Verfasser des Angebots kommen. Fertige Formulierungen für fünf Nachfass-Mails finden Sie in der Vorlage Die Nachfass-Sequenz.

Stolperstein: Die Automation muss sofort stoppen, sobald der Kunde antwortet, annimmt oder ablehnt. Das setzt voraus, dass der Status des Angebots zuverlässig gepflegt wird.

4. Der Start eines Auftrags

Auslöser: Ein Auftrag wird erteilt oder ein Vertrag unterschrieben.

Zweck: Dem Kunden Sicherheit geben, dass er richtig entschieden hat, und ihm erklären, wie es weitergeht.

Nach der Unterschrift entsteht bei vielen Kunden eine kurze Phase der Unsicherheit. Habe ich das Richtige getan? Was passiert jetzt? Eine gute Willkommensmail beantwortet diese Fragen, bevor sie gestellt werden:

  • Wer ist ab jetzt Ihr Ansprechpartner, und wie erreichen Sie ihn?
  • Was sind die nächsten Schritte, mit ungefähren Zeitpunkten?
  • Was braucht der Betrieb vom Kunden, etwa Unterlagen, Zugänge oder Entscheidungen?
  • Was passiert, wenn sich etwas ändert?

Für eine Steuerkanzlei kann das eine Liste der benötigten Unterlagen sein, für einen Handwerksbetrieb der Ablauf der Baustelle von der Einrichtung bis zur Abnahme, für einen IT-Dienstleister die Schritte der Einrichtung.

Stolperstein: Die Mail darf keine Zusagen enthalten, die im Einzelfall nicht stimmen. Halten Sie sie so allgemein wie nötig und ergänzen Sie Besonderheiten persönlich.

5. Der Abschluss mit Bitte um Rückmeldung

Auslöser: Ein Auftrag ist abgeschlossen, die Rechnung ist verschickt oder die Behandlung beendet.

Zweck: Sich bedanken, Rückmeldung einholen und, wo passend, um eine Bewertung bitten.

Der Moment direkt nach einem gelungenen Auftrag ist der beste Zeitpunkt, um zu fragen, wie es war. Eine kurze Mail mit einer offenen Frage liefert Ihnen wertvolle Hinweise. Wer zufrieden ist, kann im selben Zug um eine Bewertung gebeten werden. Wie Sie daraus einen verlässlichen Ablauf machen, beschreibt Mehr Google-Bewertungen mit System.

Stolperstein: Nach deutscher Rechtsprechung kann auch eine Bitte um Bewertung oder Rückmeldung per E-Mail als Werbung eingeordnet werden, die eine Einwilligung erfordert. Holen Sie diese Einwilligung zum Beispiel bei Auftragserteilung ein oder lassen Sie Ihr Vorgehen rechtlich prüfen.

Rechtliche Punkte im Überblick

Nicht jede automatische Mail ist Werbung. Eingangsbestätigungen, Terminbestätigungen und Informationen zur Durchführung eines Auftrags gehören in der Regel zur Abwicklung. Sobald eine Mail aber Ihr Angebot bewirbt, um Bewertungen bittet oder zusätzliche Leistungen vorstellt, kann sie als Werbung gelten, und dann brauchen Sie in der Regel eine Einwilligung. Die Grenze ist nicht immer eindeutig. Lassen Sie sich im Zweifel anwaltlich beraten, bevor Sie Automationen einrichten, die über die reine Abwicklung hinausgehen. Denken Sie außerdem an den Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit jedem Anbieter, über den Kundendaten laufen.

Welche Werkzeuge Sie brauchen

Die gute Nachricht: Für diese fünf Automationen brauchen Sie keine teure Spezialsoftware. Oft reichen die Werkzeuge, die schon da sind:

  • Ein CRM oder eine Auftragssoftware mit einfachen Automationen, etwa Pipedrive, HubSpot oder eine Branchenlösung für Handwerk oder Praxis.
  • Ein Terminbuchungstool, das Bestätigungen und Erinnerungen selbst verschickt.
  • Ein Versanddienst für E-Mails, etwa CleverReach, rapidmail oder Brevo, wenn Sie ohnehin einen Newsletter betreiben.
  • Ein Verbindungswerkzeug wie Make oder Zapier, wenn Ihre Programme nicht direkt miteinander sprechen.

Entscheidend ist weniger das Werkzeug als die Frage, ob Status und Daten zuverlässig gepflegt werden. Eine Automation ist nur so gut wie die Information, auf die sie reagiert. Wie die Systeme zusammenspielen, zeigt So greifen CRM, Kalender, Angebote und Buchhaltung ineinander.

In welcher Reihenfolge Sie beginnen

Richten Sie nicht alle fünf Automationen auf einmal ein. Beginnen Sie mit der, die den größten Unterschied macht. In den meisten Betrieben ist das die Nachfassung nach dem Angebot, weil dort Umsatz liegen bleibt. Danach folgt die Eingangsbestätigung, dann die übrigen.

Für jede Automation gilt derselbe Ablauf: Text schreiben, intern an einem Kollegen testen, einen Monat laufen lassen, Rückmeldungen sammeln, anpassen. Schauen Sie sich jede Automation mindestens einmal im Jahr wieder an. Abläufe ändern sich, Ansprechpartner wechseln, und eine Mail mit dem Namen einer Mitarbeiterin, die den Betrieb vor einem Jahr verlassen hat, fällt Kunden schneller auf, als man denkt.

Wenn Sie diese Automationen nicht selbst aufbauen möchten, übernehmen wir das im Rahmen von STARK Aufbau: Wir richten die Abläufe ein, Sie liefern Ton, Inhalte und Freigabe.

Joshua Stark

Geschrieben von

Joshua Stark

Gründer von stark.marketing und STARK Consulting, Heidelberg

Joshua begleitet seit 2016 Betriebe bei Marketing, Vertrieb und Abläufen. Über 150 Projekte, vom Handwerksbetrieb bis zum B2B-Unternehmen. Hier schreibt er auf, was davon in anderen Betrieben funktioniert.

Über 150 Betriebe haben wir von innen gesehen. Die Muster teilen wir jeden Dienstag.

Der Inhaber-Brief erklärt in fünf Minuten ein System, das in einem echten Betrieb funktioniert hat: vom Angebotsprozess bis zur Wochenplanung.

Kostenlos lesen →

Nächster Schritt

Bauen Sie einen Betrieb, der für Sie arbeitet.

Im Strategiegespräch schauen wir uns Ihren größten Engpass an und sagen Ihnen ehrlich, ob und wie wir helfen können. Verkaufen müssen wir Ihnen danach nichts.

Joshua ist heute erreichbar.Kurzes Strategiegespräch? Termine ab morgen frei.