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So greifen CRM, Kalender, Angebote und Buchhaltung ineinander

Vier Programme, die nicht miteinander reden, kosten jeden Tag Zeit. Wie Sie Ihre Werkzeuge so verbinden, dass eine Anfrage ohne Abtippen bis zur bezahlten Rechnung kommt.

Joshua Stark 15. April 20267 Min. Lesezeit

CRM, Kalender, Angebote und Buchhaltung greifen dann gut ineinander, wenn jede Information genau ein Zuhause hat und an festen Übergabestellen automatisch weitergereicht wird. Die Kontaktdaten einer Kundin werden einmal erfasst und tauchen danach im Termin, im Angebot und in der Rechnung auf, ohne dass jemand sie abtippt. Dafür brauchen Sie nicht zwingend neue Software, aber einen klaren Plan, welches Programm wofür zuständig ist.

In vielen kleinen Betrieben sieht die Realität anders aus. Die Anfrage kommt per Mail, der Termin steht im Handykalender des Inhabers, das Angebot entsteht in Word, die Rechnung im Buchhaltungsprogramm, und die Kundendaten existieren an vier Stellen in vier Versionen. Jeder Übertrag kostet Minuten und birgt Fehler. Das summiert sich.

Das Grundprinzip: Jede Information hat genau ein Zuhause

Bevor Sie über Verbindungen nachdenken, klären Sie, wo welche Information führend gepflegt wird. Führend heißt: Wenn sich etwas ändert, wird es dort geändert, und alle anderen Programme übernehmen die Änderung oder lesen sie von dort.

Eine typische Aufteilung für einen kleinen Betrieb:

InformationFührendes SystemWer liest mit
Kontaktdaten, Anfragen, GesprächsnotizenCRM oder BranchensoftwareKalender, Angebote, Buchhaltung
Termine, Einsätze, RückrufeKalenderCRM (Verlauf beim Kontakt)
Angebote, Aufträge, LeistungspositionenAngebots- oder AuftragsprogrammBuchhaltung
Rechnungen, ZahlungseingängeBuchhaltungCRM (Status beim Kontakt)
Dokumente, Fotos, PläneGemeinsame Ablagealle über Verknüpfung

Die Tabelle wirkt banal. In der Praxis ist sie der wichtigste Schritt, weil sie Streit vermeidet. Wenn zwei Programme dieselbe Information führen, weichen die Daten früher oder später voneinander ab, und niemand weiß mehr, welche Version stimmt.

Der Weg eines Auftrags durch Ihre Werkzeuge

Am einfachsten verstehen Sie Ihre Werkzeuglandschaft, wenn Sie einem einzelnen Auftrag folgen, von der ersten Anfrage bis zur bezahlten Rechnung. Ein Beispielweg:

  1. Anfrage: Ein Interessent füllt das Formular auf der Website aus. Die Daten landen direkt im CRM als neuer Kontakt mit Status „Anfrage“.
  2. Termin: Der Interessent bucht über einen Link einen Vor-Ort-Termin. Der Termin erscheint im Kalender des zuständigen Mitarbeiters und im Verlauf des Kontakts im CRM.
  3. Angebot: Nach dem Termin wird das Angebot erstellt. Name, Adresse und Notizen kommen aus dem CRM, nicht aus dem Gedächtnis.
  4. Auftrag: Der Kunde nimmt an. Das Angebot wird zum Auftrag, der Status im CRM ändert sich, und die Einsatzplanung bekommt die nötigen Informationen.
  5. Rechnung: Nach Abschluss wird aus dem Auftrag die Rechnung erzeugt, ohne die Positionen neu einzugeben.
  6. Zahlung: Der Zahlungseingang wird in der Buchhaltung erfasst. Im CRM sieht das Team, dass der Vorgang abgeschlossen ist, und die Bitte um eine Bewertung kann rausgehen.
  7. Steuerberatung: Die Buchhaltungsdaten gehen über eine Schnittstelle, etwa im DATEV-Format, an die Kanzlei.

Zeichnen Sie diesen Weg für Ihren eigenen Betrieb auf. Die Kundenreise-Karte hilft Ihnen dabei, alle Stationen und die Werkzeuge an jeder Station auf einer Seite festzuhalten. An jeder Stelle, an der heute jemand etwas abtippt, kopiert oder nachschlägt, gibt es Verbesserungspotenzial.

Die vier Übergabestellen, an denen es meistens hakt

In unseren Projekten sehen wir vier Stellen, an denen die Verbindung besonders oft fehlt:

Vom Formular ins CRM. Anfragen landen im Postfach und werden von dort manuell übertragen, oder eben nicht. Anfragen, die im Postfach bleiben, sind für die Auswertung verloren.

Vom Kalender zum Kontakt. Termine stehen im Kalender, aber im CRM ist nicht zu sehen, dass es ein Gespräch gab und was dabei herauskam. Wer den Kunden später anruft, weiß nichts davon.

Vom Angebot zur Rechnung. Angebote entstehen in einem Textprogramm, Rechnungen in der Buchhaltung. Die Positionen werden neu eingegeben, Nachträge gehen verloren.

Von der Buchhaltung zurück. Ob eine Rechnung bezahlt ist, weiß nur die Buchhaltung. Wer mit dem Kunden spricht, kennt den Stand nicht und bietet vielleicht einen Folgeauftrag an, während noch eine Mahnung offen ist.

Drei Wege, Werkzeuge zu verbinden

Es gibt grundsätzlich drei Wege, und keiner ist für alle Betriebe der richtige.

WegWann er passtWorauf Sie achten sollten
Eine Branchensoftware für fast allesHandwerk, Praxen, Kanzleien mit klar umrissenen AbläufenWie gut ist die Buchhaltungsschnittstelle, und können Sie Ihre Daten exportieren?
Einzelprogramme mit eingebauten VerbindungenDienstleister und B2B-Betriebe mit gemischten AnforderungenWelche Verbindungen sind wirklich vorhanden und nicht nur „geplant“?
Verbindungswerkzeuge wie Zapier, Make oder n8nWenn einzelne Lücken zwischen vorhandenen Programmen geschlossen werden sollenWer pflegt die Verbindungen, wenn sich etwas ändert?

Für Handwerksbetriebe gibt es Branchenlösungen, die Anfrage, Aufmaß, Angebot, Einsatzplanung und Rechnung abdecken. Praxen arbeiten meist mit ihrer Praxisverwaltungssoftware plus einem Buchungswerkzeug. Kanzleien haben oft eine Kanzleisoftware, an die sich wenig anschließen lässt. Dienstleister kombinieren häufig ein CRM mit einem Buchhaltungsprogramm und einem Buchungswerkzeug.

Eine Anmerkung zu Excel: Eine gut gepflegte Tabelle ist nicht automatisch schlechter als ein CRM. Für einen Betrieb mit wenigen Anfragen pro Woche kann sie völlig ausreichen. Problematisch wird es, wenn mehrere Personen gleichzeitig daran arbeiten, wenn Kopien per Mail herumgeschickt werden oder wenn die Tabelle nur von einer Person verstanden wird. Dann ist der Umstieg auf ein Werkzeug, das für die gemeinsame Arbeit gebaut ist, meist sinnvoll.

Verbindungswerkzeuge sind praktisch, aber sie haben einen Preis, der selten im Angebot steht: Jemand muss verstehen, was dort läuft. Wenn die einzige Person, die die Verbindungen gebaut hat, den Betrieb verlässt, stehen Sie vor einer Blackbox. Dokumentieren Sie deshalb jede Verbindung kurz: Was löst sie aus, was tut sie, wer ist zuständig. Welche weiteren Stolperfallen es gibt, beschreiben wir in Automatisierung im Mittelstand: die häufigsten Fehler.

Ein Beispiel aus der Praxis, vereinfacht

Nehmen wir als Beispiel einen Elektrobetrieb mit sechs Mitarbeitenden. Heute läuft es so: Anfragen kommen per Telefon und Mail, der Inhaber notiert sie im Notizbuch, die Termine stehen in seinem Handy, Angebote schreibt er abends in einer Vorlage, und die Bürokraft tippt die Rechnungen in das Buchhaltungsprogramm.

Ein sinnvoller Umbau in drei Etappen könnte so aussehen:

  • Etappe 1: Alle Anfragen werden an einer Stelle erfasst, egal ob per Telefon oder Mail. Die Bürokraft nimmt Telefonanfragen direkt in der Software auf, das Website-Formular schreibt automatisch hinein.
  • Etappe 2: Angebote werden in derselben Software erstellt, mit den Kundendaten aus der Anfrage. Aus dem angenommenen Angebot entsteht per Klick die Rechnung.
  • Etappe 3: Die Rechnungen werden an die Buchhaltung übergeben, der Steuerberater bekommt die Daten über die Schnittstelle, und offene Posten sind für den Inhaber jederzeit sichtbar.

Jede Etappe wird erst abgeschlossen, bevor die nächste beginnt. Der Betrieb arbeitet in dieser Zeit weiter, niemand muss an einem Wochenende alles umstellen.

Datenschutz und Abhängigkeiten nicht vergessen

Jede Verbindung zwischen zwei Programmen ist auch ein Datenfluss. Nach DSGVO brauchen Sie für jeden Anbieter, der Kundendaten verarbeitet, einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Prüfen Sie, wo die Daten gespeichert werden, und ob Sie sie bei einem Anbieterwechsel vollständig exportieren können. Gerade bei Praxen und Kanzleien mit besonders schützenswerten Daten gehört diese Prüfung vor die Entscheidung, nicht danach.

Achten Sie außerdem darauf, sich nicht an einen Anbieter zu binden, dessen Daten Sie nicht mehr herausbekommen. Eine gute Frage an jeden Anbieter lautet: „Wie bekomme ich alle meine Daten in einem lesbaren Format, wenn ich kündige?“ Wie Sie Anbieter prüfen, lesen Sie in Warnsignale bei der Auswahl von Automatisierungs-Software.

So gehen Sie vor

  1. Bestandsaufnahme: Listen Sie alle Programme auf, die heute im Betrieb genutzt werden, auch die Excel-Listen und Handykalender.
  2. Zuhause festlegen: Bestimmen Sie für jede Informationsart das führende System.
  3. Den Weg eines Auftrags zeichnen: Markieren Sie jede Stelle, an der etwas manuell übertragen wird.
  4. Die teuerste Lücke zuerst schließen: Meist ist das die Stelle, an der am häufigsten Fehler passieren.
  5. Jede Verbindung dokumentieren: Ein Absatz pro Verbindung reicht.

Verbinden Sie keine Programme, bevor klar ist, welches davon die Wahrheit kennt.

Wenn Sie diesen Umbau nicht neben dem Tagesgeschäft stemmen wollen, übernehmen wir im Programm STARK Aufbau die Bestandsaufnahme, die Einrichtung und die Dokumentation. Sie entscheiden, wie Ihre Abläufe aussehen sollen, und wir sorgen dafür, dass die Werkzeuge danach arbeiten.

Joshua Stark

Geschrieben von

Joshua Stark

Gründer von stark.marketing und STARK Consulting, Heidelberg

Joshua begleitet seit 2016 Betriebe bei Marketing, Vertrieb und Abläufen. Über 150 Projekte, vom Handwerksbetrieb bis zum B2B-Unternehmen. Hier schreibt er auf, was davon in anderen Betrieben funktioniert.

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