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Zuständigkeiten klären: die Rollen-Matrix

Eine Tabelle, die für jede Aufgabe klärt, wer entscheidet, wer macht, wer gefragt und wer informiert wird. Damit weniger bei Ihnen landet.

STARK · Vorlage Zuständigkeiten klären: die Rollen-Matrix
  • ✓ Die vier Rollen E, V, M und I erklärt
  • ✓ Eine leere Matrix zum Ausfüllen
  • ✓ Ausgefüllte Beispiele für Handwerksbetrieb und Praxis
  • ✓ Prüfregeln, mit denen Sie Lücken finden

Was drin ist

  • Die vier Rollen E, V, M und I erklärt
  • Eine leere Matrix zum Ausfüllen
  • Ausgefüllte Beispiele für Handwerksbetrieb und Praxis
  • Prüfregeln, mit denen Sie Lücken finden
  • Eine Anleitung für die Besprechung im Team

Die Rollen-Matrix ist eine Tabelle, in der Sie für jede wiederkehrende Aufgabe festhalten, wer entscheidet, wer sie erledigt, wer mitwirkt und wer informiert wird. Sie ist für Inhaber kleiner Betriebe gedacht, bei denen am Ende doch alles auf dem eigenen Schreibtisch landet, weil niemand sicher weiß, wer zuständig ist. Die Matrix passt auf eine Seite und lässt sich in einer Stunde mit dem Team erstellen.

Die vier Rollen

Das Prinzip ist aus dem Projektmanagement bekannt. Wir nutzen deutsche Buchstaben, damit es im Betrieb ohne Erklärung funktioniert.

BuchstabeRolleWas das bedeutetWie viele pro Aufgabe?
EEntscheidetHat das letzte Wort und trägt die Verantwortung für das Ergebnisgenau eine Person
VVerantwortlich für die ErledigungMacht die Arbeit oder sorgt dafür, dass sie gemacht wirdmindestens eine Person
MMitwirkendWird vorher gefragt und bringt Wissen einso wenige wie möglich
IInformiertErfährt das Ergebnis, muss aber nicht gefragt werdennach Bedarf

E und V können dieselbe Person sein. Das ist bei kleinen Aufgaben sogar der Normalfall.

So nutzen Sie die Matrix

  1. Aufgaben sammeln. Schreiben Sie die 15 bis 25 Aufgaben auf, die regelmäßig anfallen und bei denen es heute Rückfragen oder Reibung gibt. Der Arbeit-weg-Check hilft beim Sammeln.
  2. Personen oder Rollen eintragen. In die Spalten kommen Namen oder Funktionen, etwa „Büro“, „Obermonteur“ oder „Praxismanagerin“. Funktionen sind stabiler, falls jemand geht.
  3. Ist-Zustand ausfüllen. Wie ist es heute wirklich? Nicht, wie es sein sollte.
  4. Prüfregeln anwenden. Mit den Regeln unten finden Sie die Lücken und Doppelungen.
  5. Soll-Zustand im Team besprechen. Ändern Sie die Buchstaben gemeinsam und halten Sie Freigabegrenzen fest.
  6. Sichtbar machen. Die fertige Matrix hängt im Büro, liegt im gemeinsamen Ordner und wird bei jeder Einarbeitung erklärt.

Die Matrix zum Ausfüllen

AufgabeInhaberBüroPerson 3Person 4Freigabegrenze / Bemerkung
Neue Anfrage beantworten
Termin vereinbaren
Angebot erstellen
Angebot freigeben
Material oder Bedarf bestellen
Rechnung schreiben
Zahlungserinnerung versenden
Reklamation bearbeiten
Urlaubsplanung
Google-Bewertungen beantworten
…

Beispiel: Handwerksbetrieb mit zwölf Personen

Dieses Beispiel ist ausgedacht und soll zeigen, wie eine ausgefüllte Matrix aussehen kann.

AufgabeInhaberBüroObermonteurMonteureFreigabegrenze / Bemerkung
Neue Anfrage beantwortenIE, VMRückmeldung am selben Werktag
Aufmaß vor OrtIE, VM
Angebot erstellenMVMAus Aufmaß und Textbausteinen
Angebot freigebenEVBüro gibt frei bis 5.000 Euro, darüber Inhaber
Material bestellenIE, VMInnerhalb des Auftragsbudgets
Rechnung schreibenIE, VMNach Abnahmeprotokoll
Reklamation bearbeitenIVEMKulanz bis 300 Euro durch Obermonteur
UrlaubsplanungEVMM
Google-Bewertungen beantwortenIE, VVorlage für Antworten nutzen

Die Freigabegrenzen sind Beispielwerte. Legen Sie Ihre eigenen fest.

Beispiel: Praxis mit acht Mitarbeitenden

AufgabePraxisinhaberinPraxismanagerinAnmeldungTherapeutenteam
TerminvergabeEVI
Ausfall und Vertretung planenIE, VMM
Bestellung PraxisbedarfEVM
Beschwerde einer PatientinIE, VMM
Neue BehandlungsangeboteEMIM

Prüfregeln: So finden Sie Lücken

Gehen Sie die ausgefüllte Matrix Zeile für Zeile und Spalte für Spalte durch.

  • Jede Zeile hat genau ein E. Zwei E bedeuten, dass am Ende doch wieder diskutiert wird. Kein E bedeutet, dass die Entscheidung liegen bleibt oder beim Inhaber landet.
  • Jede Zeile hat mindestens ein V. Sonst entscheidet jemand, aber niemand macht es.
  • Wenige M pro Zeile. Wenn fünf Personen gefragt werden müssen, wird die Aufgabe langsam.
  • Die Inhaber-Spalte hat nicht überall ein E. Zählen Sie Ihre E. Jedes E, das jemand anderes übernehmen könnte, ist ein Kandidat zum Abgeben.
  • Keine Person hat nur V und nie E. Wer nur ausführt und nie entscheiden darf, fragt bei jeder Kleinigkeit nach.
  • Freigabegrenzen stehen dabei, wo es um Geld geht. Ohne Grenze traut sich niemand, allein zu entscheiden.

Die Besprechung im Team

Planen Sie eine Stunde. Zeigen Sie zuerst den Ist-Zustand und fragen Sie: „Stimmt das so?“ Oft korrigiert das Team gleich mehrere Zeilen, weil es im Alltag anders läuft, als der Inhaber denkt. Danach besprechen Sie die Zeilen, bei denen die Prüfregeln anschlagen. Halten Sie die Änderungen fest und vereinbaren Sie, die Matrix nach drei Monaten noch einmal anzusehen.

Aus der Praxis

In unseren Projekten mit Handwerksbetrieben, Praxen und Kanzleien ist die Inhaber-Spalte beim ersten Ausfüllen fast immer die vollste. Das liegt selten daran, dass das Team die Aufgaben nicht könnte. Meist hat nie jemand ausgesprochen, dass die Entscheidung abgegeben ist. Ein zweites typisches Muster: Die Matrix wird erstellt und verschwindet im Ordner. Sie wirkt erst, wenn der Inhaber bei Rückfragen konsequent auf sie verweist: „Laut Matrix entscheidest du das. Wie würdest du es machen?“

Nächster Schritt

Wer im Team welche Aufgaben gern und gut macht, finden Sie mit der Stärken-Matrix heraus. Ob die Zuständigkeiten auch dann tragen, wenn Sie zwei Wochen weg sind, zeigt der Urlaubstest.

Nächster Schritt

Vorlagen sind der Anfang. Systeme sind das Ziel.

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