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In KI-Antworten auftauchen: was ChatGPT über Ihren Betrieb weiß

KI-Assistenten beantworten immer öfter die Frage, welchen Betrieb man beauftragen sollte. Was sie über Sie sagen, können Sie nicht steuern, aber die Grundlage verbessern.

Joshua Stark 24. September 20267 Min. Lesezeit

Was ChatGPT, Gemini, Perplexity oder die KI-Übersichten bei Google über Ihren Betrieb sagen, speist sich aus dem, was öffentlich, eindeutig und stimmig über Sie im Netz steht: Ihre Website, Ihr Google-Unternehmensprofil, Bewertungen, Verzeichniseinträge und Erwähnungen auf anderen Seiten. Sie können diese Antworten nicht direkt steuern, und niemand kann Ihnen einen festen Platz darin garantieren. Sie können aber die Grundlage so verbessern, dass KI-Systeme Ihren Betrieb richtig verstehen und bei passenden Fragen eher nennen. Die gute Nachricht: Diese Grundlage ist weitgehend dieselbe, die auch für die klassische Google-Suche zählt.

Warum das Thema für Betriebe jetzt relevant wird

Bis vor kurzem lief die Suche nach einem Betrieb fast immer gleich ab: Suchbegriff eingeben, Ergebnisse ansehen, auf die Karte schauen, zwei, drei Websites öffnen. Heute stellen viele Menschen ihre Frage direkt an einen KI-Assistenten, etwa „Welcher Dachdecker in Heidelberg ist gut für eine Altbausanierung?“ oder „Welche Steuerkanzlei in Mannheim kennt sich mit Arztpraxen aus?“. Auch Google zeigt bei vielen Suchen eine KI-generierte Übersicht oberhalb der klassischen Ergebnisse.

Für Betriebe bedeutet das: Ein Teil der Vorauswahl findet in einer Antwort statt, die Sie nicht selbst geschrieben haben. Wenn Sie dort nicht vorkommen oder falsch beschrieben werden, erfahren Sie davon meist nichts.

Wie KI-Assistenten zu ihren Antworten kommen

Vereinfacht gibt es zwei Wege, auf denen ein KI-Assistent etwas über Ihren Betrieb „weiß“:

  1. Aus seinen Trainingsdaten. Das Modell wurde mit großen Mengen an Texten aus dem Internet trainiert. Was dort häufig und stimmig über Sie stand, kann es wiedergeben. Diese Daten haben einen Stichtag und sind oft nicht aktuell.
  2. Aus einer Websuche im Moment der Frage. Viele Assistenten durchsuchen bei Bedarf das Netz, lesen einige Quellen und fassen sie zusammen. Je nach Anbieter nutzen sie dafür eigene oder fremde Suchindizes. Die KI-Übersichten bei Google greifen auf den Google-Index zurück.

In beiden Fällen gilt: Die KI kann nur verwenden, was sie findet und versteht. Widersprüchliche Angaben, dünne Websites und fehlende Erwähnungen machen es ihr schwer, Ihren Betrieb einzuordnen.

Selbsttest: Fragen Sie nach

Bevor Sie etwas ändern, verschaffen Sie sich ein Bild. Das dauert eine halbe Stunde. Stellen Sie verschiedenen Assistenten, etwa ChatGPT, Gemini und Perplexity, Fragen, wie Ihre Kunden sie stellen würden:

  • „Welche [Ihre Leistung] in [Ihre Stadt] kannst du empfehlen?“
  • „Was weißt du über [Ihr Betriebsname] in [Ihre Stadt]?“
  • „Worauf sollte ich bei der Auswahl eines [Ihre Branche] in [Ihre Region] achten?“
  • „Wer ist in [Ihre Region] auf [Ihre Spezialisierung] spezialisiert?“

Notieren Sie für jede Antwort: Werden Sie genannt? Stimmen die Angaben zu Leistungen, Standort und Öffnungszeiten? Welche Wettbewerber tauchen auf, und welche Quellen werden angegeben? Die Antworten schwanken von Mal zu Mal, deshalb lohnt es sich, den Test nach einigen Wochen zu wiederholen. Eine strukturierte Fassung dieses Tests finden Sie im Selbsttest Tauchen Sie in KI-Antworten auf?.

Was wir aus der SEO- und Local-SEO-Arbeit mitnehmen

STARK Consulting ist aus der Agentur stark.marketing entstanden. Dort arbeiten wir seit 2016 an Suchmaschinenoptimierung, lokaler Sichtbarkeit und Google-Unternehmensprofilen für Handwerksbetriebe, Praxen, Kanzleien und B2B-Unternehmen, überwiegend in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Aus dieser Arbeit kennen wir ein Muster, das sich jetzt bei KI-Antworten wiederholt: Betriebe mit einer klaren, gepflegten und stimmigen Präsenz werden besser verstanden. Wer auf der Website, im Google-Profil und in Verzeichnissen dieselben Angaben macht, wer seine Leistungen auf eigenen Seiten erklärt und wer regelmäßig Bewertungen bekommt, hat auch bei KI-Systemen eine bessere Ausgangslage. Neue Tricks braucht es dafür meist nicht. Es braucht die Grundlagen, sauber umgesetzt.

Ehrlich gesagt: Wie genau einzelne KI-Systeme ihre Quellen gewichten, legt kein Anbieter vollständig offen, und die Systeme ändern sich laufend. Wer Ihnen hier sichere Platzierungen verspricht, verspricht mehr, als er halten kann.

Die vier Grundlagen

Die folgenden vier Grundlagen kennen wir aus der klassischen Suchmaschinenoptimierung. Nach allem, was sich heute beobachten lässt, helfen sie auch bei KI-Antworten.

Grundlage 1: Eindeutige Angaben, überall gleich

KI-Systeme setzen ihr Bild aus vielen Quellen zusammen. Wenn Ihre Adresse auf der Website anders geschrieben ist als im Google-Profil, wenn ein altes Verzeichnis noch die frühere Telefonnummer zeigt oder wenn Ihr Betrieb mal als „Schreinerei“ und mal als „Tischlerei und Innenausbau“ auftaucht, entsteht ein unscharfes Bild.

Prüfen Sie deshalb:

  • Name, Adresse, Telefonnummer und Website sind überall identisch.
  • Ihre wichtigsten Leistungen werden überall mit denselben Begriffen beschrieben.
  • Veraltete Einträge in Verzeichnissen sind korrigiert oder gelöscht.
  • Das Impressum und die Über-uns-Seite nennen klar, wer hinter dem Betrieb steht.

Grundlage 2: Seiten, die Fragen direkt beantworten

KI-Systeme suchen nach Textstellen, die eine Frage klar und vollständig beantworten. Eine Website, die nur aus Schlagworten und Bildern besteht, liefert wenig davon.

Was hilft:

  • Eine eigene Seite pro Leistung, auf der steht, was Sie tun, für wen, wo und wie der Ablauf aussieht.
  • Die Antwort zuerst. Beginnen Sie Abschnitte mit der direkten Antwort und erklären Sie danach die Details. Ein Satz wie „Eine Badsanierung dauert bei uns in der Regel drei bis fünf Wochen, abhängig von Größe und Umfang“ ist für Menschen und Maschinen gut verwertbar.
  • Häufige Fragen mit echten Antworten, keine Werbesätze.
  • Strukturierte Daten im Code der Website, etwa für Ihren Betrieb, Ihre Öffnungszeiten und Ihre häufigen Fragen. Sie helfen Suchmaschinen, Inhalte einzuordnen. Eine Garantie für bestimmte Darstellungen sind sie nicht.
  • Konkrete Angaben: Einzugsgebiet, Spezialisierungen, Zertifizierungen, Sprachen, Barrierefreiheit.

Ein guter Prüfstein: Wenn ein Kunde Ihnen eine Frage am Telefon stellt, sollte die Antwort irgendwo auf Ihrer Website in zwei, drei Sätzen nachzulesen sein.

Grundlage 3: Google-Unternehmensprofil und Bewertungen

Für lokale Betriebe ist das Google-Unternehmensprofil eine der wichtigsten Quellen, weil es strukturierte, geprüfte Angaben enthält: Kategorie, Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos und Bewertungen. In unserer Agenturarbeit ist das Profil seit Jahren einer der größten Hebel für lokale Sichtbarkeit. Warum es oft wichtiger ist als die Website, erklärt der Artikel Warum das Google-Profil oft wichtiger ist als die Website.

Bewertungen spielen dabei eine doppelte Rolle. Sie beeinflussen, wie Menschen Ihren Betrieb wahrnehmen, und sie liefern Text, aus dem KI-Systeme ablesen können, wofür Sie bekannt sind. Wenn in vielen Bewertungen steht, dass Sie pünktlich sind und sauber arbeiten, ist das eine andere Grundlage als drei Bewertungen ohne Text. Wie Sie regelmäßig zu Bewertungen kommen, ohne zu betteln, steht im Artikel Mehr Google-Bewertungen mit System.

Grundlage 4: Erwähnungen auf anderen Seiten

Eine Website, die nur sich selbst lobt, ist eine schwache Quelle. Stärker wird Ihr Bild, wenn auch andere über Sie schreiben. Das können sein:

  • Einträge bei Kammern, Innungen und Berufsverbänden
  • Berichte in regionalen Medien
  • Referenzen auf den Websites von Partnern oder Herstellern
  • Fachbeiträge, Interviews oder Vorträge, die online dokumentiert sind
  • Branchenportale und Bewertungsplattformen, die für Ihr Fach relevant sind

Diese Erwähnungen bauen sich langsam auf. Jede einzelne ist klein, zusammen ergeben sie das Bild eines Betriebs, den man kennt.

Was Sie lassen sollten

Rund um KI-Sichtbarkeit entstehen gerade viele Angebote. Einige davon sind nützlich, andere nicht. Vorsicht ist geboten bei:

  • Massenhaft KI-generierten Texten, die Ihre Website mit dünnen, austauschbaren Seiten füllen. Sie schaden eher, als dass sie helfen.
  • Gekauften Bewertungen oder Erwähnungen. Sie verstoßen gegen Richtlinien und können das Profil gefährden.
  • Versprechen, Sie „in ChatGPT zu platzieren“. Dafür gibt es keinen verlässlichen Weg.
  • Technischen Einzelmaßnahmen als Allheilmittel. Neue Dateiformate oder Auszeichnungen für KI-Systeme werden diskutiert, ihr Nutzen ist oft noch unklar. Sie ersetzen keine guten Inhalte.

Ein realistischer Plan

Wenn Sie das Thema angehen wollen, schlagen wir diese Reihenfolge vor:

  1. Selbsttest machen und die Ergebnisse notieren.
  2. Angaben vereinheitlichen: Website, Google-Profil, die wichtigsten Verzeichnisse.
  3. Google-Profil vollständig pflegen, inklusive Leistungen, Fotos und regelmäßiger Beiträge. Einen Überblick bietet die Seite Google-Profil für Inhaber.
  4. Leistungsseiten überarbeiten, mit direkten Antworten und häufigen Fragen.
  5. Bewertungen in den Ablauf einbauen, damit sie regelmäßig kommen.
  6. Nach drei Monaten den Selbsttest wiederholen und vergleichen.

Das ist keine schnelle Maßnahme, sondern Pflege über Monate. Sie zahlt sich allerdings doppelt aus: in KI-Antworten und in der klassischen Suche. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Betrieb heute steht und welche Schritte bei Ihnen zuerst sinnvoll sind, sprechen wir gern darüber in einem Strategiegespräch.

Joshua Stark

Geschrieben von

Joshua Stark

Gründer von stark.marketing und STARK Consulting, Heidelberg

Joshua begleitet seit 2016 Betriebe bei Marketing, Vertrieb und Abläufen. Über 150 Projekte, vom Handwerksbetrieb bis zum B2B-Unternehmen. Hier schreibt er auf, was davon in anderen Betrieben funktioniert.

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